Bellwald - Ein kurzer Rückblick in die Geschichte

Über Jahrhunderte war Bellwald durch eine bäuerliche Lebensweise bestimmt worden. Diese hinterliess auch deutliche Spuren in den bis heute erhaltenen Urkunden. So wird im Jahre 1394 der Zusammenschluss zu einer Bauernzunft festgehalten, die sich zum Ziel setzte, sich von den bestehenden Abgaben loszukaufen. Es war dies zugleich ein Schritt Richtung Gemeindebildung. Ein weiterer erfolgte 1555 mit der Verschriftlichung der Burgerstatuten. Eine Gemeinde im heutigen Sinn war Bellwald jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Vor allem Grenzstreitigkeiten zogen sich noch über Jahrhunderte hin. Auch die Bildung einer eigenen Pfarrei beanspruchte einen längeren Zeitraum. Ein ganz wichtiges Ereignis in dieser Beziehung war zweifellos die bischöfliche Erlaubnis, 1697 in Bellwald eine Kirche zu errichten; so feierte denn auch die Pfarrei 1997 ihr 300-jähriges Jubiläum. Allerdings konnte sich Bellwald erst 1884 von den letzten finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Mutterpfarrei Ernen loskaufen und der Weiler Fürgangen wurde erst 1963 der Pfarrei Bellwald angeschlossen.
Die bäuerliche Prägung des Dorfes hielt sich bis in die sechziger Jahre an. 1970 waren 36% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt; 1990 waren es noch 5%.
Ein tiefgreifender Wandel setzte in den letzten Jahrzehnten ein. Mit der Eröffnung der Seilbahn Fürgangen-Bellwald im Jahre 1956 wurde gleichsam eine Wende eingeleitet. Vermehrt entstanden neue Wohn- und Ferienhäuser. Die 1970 fertig gestellte Strasse ins Tal beschleunigte die bereits zuvor ausgelöste Entwicklung noch um ein Vielfaches. Touristische Anlagen wie Skilifte, Sesselbahn, aber auch Spiel- und Sportplätze wurden erstellt oder ausgebaut. Die Zahl der Chaletbauten nahm erheblich zu. Durch die rege Bautätigkeit aber auch durch das vergrösserte touristische Angebot entstanden im Dorf eine Reihe neuer Arbeitsplätze